Fachtag Verantwortung Leben – Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

„Aufarbeitung braucht Haltung, Struktur und Mut“

Interview mit Siggi Schneider (Jugendreferentin und Vertrauensperson) zum Fachtag „Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kirchengemeinden“
Der Fachtag findet am 19. Februar 2026 von 9:30 – 13 Uhr im Evangelischen Jugendreferat Köln statt. 

Warum ist ein Fachtag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kirchengemeinden derzeit so wichtig?
Sexualisierte Gewalt in kirchlichen Kontexten hat tiefe Verletzungen hinterlassen – bei Betroffenen, in Gemeinden und in der Kirche als Institution. Viele Kirchengemeinden stehen aktuell vor der Aufgabe, sich mit Altfällen auseinanderzusetzen. Das ist emotional belastend, rechtlich komplex und organisatorisch herausfordernd. Der Fachtag möchte Verantwortliche darin stärken, diesen Prozess sensibel, transparent und professionell zu gestalten.

An wen richtet sich der Fachtag besonders?
Der Fachtag richtet sich ausdrücklich an Pfarrpersonen sowie an Mitglieder der Presbyterien. Sie tragen in den Gemeinden Verantwortung für Entscheidungen, Kommunikation und Prozesse. Ziel ist es, ihnen praxisnahe Orientierung und Handlungssicherheit für die konkrete Aufarbeitung vor Ort zu geben.

Was zeichnet den Fachtag inhaltlich aus?
Der Fachtag verbindet fachliche Inputs mit praxisnahen Beispielen, Austausch und konkreten Handlungsimpulsen. Ziel ist es, Gemeinden zu befähigen, Aufarbeitung mutig und strukturiert anzugehen – im Sinne der Betroffenen und im Bewusstsein der eigenen Verantwortung.

Was sind die thematischen Schwerpunkte des Tages?
Im Mittelpunkt steht die konkrete Umsetzung von Aufarbeitungsprozessen in Kirchengemeinden. Es geht um einen respektvollen und unterstützenden Umgang mit Betroffenen, um arbeitsrechtliche Fragestellungen sowie um eine verantwortungsvolle interne und externe Kommunikation – insbesondere auch im Umgang mit Presse und Öffentlichkeit. Außerdem werden die Rollen und Zuständigkeiten von Interventionsteams in diesem sensiblen Kontext geklärt.

Ein weiterer Punkt sind gruppendynamische Prozesse in Presbyterien. Warum ist das relevant?
Aufarbeitung findet nie im luftleeren Raum statt. Unterschiedliche Perspektiven, Unsicherheiten oder auch Konflikte im Presbyterium können Prozesse verlangsamen oder blockieren. Der Fachtag nimmt diese Dynamiken bewusst in den Blick und zeigt Wege auf, wie sie konstruktiv gestaltet werden können, damit der Aufarbeitungsprozess nicht ins Stocken gerät.

Was sollen die Teilnehmenden aus dem Fachtag mitnehmen?
Die Teilnehmenden sollen mehr Sicherheit im Umgang mit einem hochsensiblen Thema gewinnen. Neben fachlichem Wissen geht es um Haltung, Verantwortung und Klarheit in den eigenen Rollen. Ziel ist es, Kirchengemeinden handlungsfähig zu machen – für eine transparente, glaubwürdige kirchliche Praxis und im Sinne der Betroffenen.

Warum lohnt es sich, als Gemeinde an diesem Fachtag teilzunehmen?
Weil Aufarbeitung kein Randthema ist, sondern eine zentrale Aufgabe kirchlicher Verantwortung. Der Fachtag bietet Raum für Information, Austausch und Orientierung und unterstützt Gemeinden dabei, schwierige Prozesse nicht allein bewältigen zu müssen, sondern gut vorbereitet und professionell anzugehen.

Mehr Infos gibt es hier.
Zur Anmeldung gehts hier lang. 

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