Evangelische Jugend auf der gamescom 2026

Gaming, Cosplay, neue Games – und jede Menge Bewegung: Auch in diesem Jahr ist die Evangelische Jugend Köln und Region wieder auf der gamescom dabei.

Vom 26. bis 30. August 2026 findet ihr uns in Halle 10.1  im Bereich „friends & family“.

Unter dem Motto „BEWEG(T) DICH!“ heißt es bei uns: raus aus dem Gaming-Sessel und rein in die Action! Es erwarten euch verschiedene Mitmach- und Bewegungsangebote. Mit dabei sind unter anderem der Menschenkicker, DaffyBoards, Kletterturm, Tischtennis,…

Wir freuen uns über viele ehrenamtlich engagierte Jugendliche aus den evangelischen Gemeinden und Jugendeinrichtungen, die mit dabei sind, die Angebote betreuen und selbst Gelegenheit haben, über die Gamescom zu schlendern.

Aber: warum ist Kirche eigentlich auf der gamescom?
Weil wir Jugendliche dort treffen möchten, wo sie sind – auch an einem Ort, an dem man uns vielleicht nicht unbedingt erwartet.

Ihr findet uns hier:

gamescom 2026
Halle 10.1 – Jugendforum NRW
Stand D20g
Bereich „friends & family“

Kommt vorbei!

 

Auszug aus dem neuen Impuls. zum Thema Gaming/Spiele/…

Wenn jedes Jahr mehrere hunderttausend Menschen zur Gamescom nach Köln strömen, trifft sich dort nicht nur die internationale Gaming-Branche. Die Messe ist schon längst zu einem zentralen Jugendkulturereignis geworden, an dem sich junge Menschen begegnen, austauschen und ihre Freizeitinteressen leben. Für die Evangelische Jugend Köln und Region ist die Gamescom deshalb seit vielen Jahren ein wichtiger Ort der Jugendverbandsarbeit. Mit dem Projekt BEWEG(T) DICH! zeigt die EJKR, warum kirchliche Jugendarbeit auch dort sichtbar sein sollte, wo Jugendliche Kirche zunächst nicht vermuten.

Jugendverbände haben unter anderem den Auftrag, Lebenswelten junger Menschen wahrzunehmen, zu begleiten und partizipativ mitzugestalten. Wer junge Menschen erreichen möchte, muss ihre Interessen kennen und sich dort aufhalten, wo sie ihre Freizeit verbringen. Die Gamescom bietet dafür einen idealen Rahmen. Mit jährlich mehreren hunderttausend Besucher:innen ist sie nicht nur die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele, sondern zugleich ein Spiegel aktueller Jugendkultur. Für die EJKR stellt sich daher nicht die Frage, ob sie auf einer Messe wie der Gamescom präsent sein sollte, sondern vielmehr, wie sie dort ihre pädagogischen Ziele verwirklichen kann. Die Antwort lautet: durch Begegnung, Beteiligung und Reflexion.

Viele Besucher:innen begegnen der Kirche auf der Gamescom zum ersten Mal außerhalb klassischer kirchlicher Räume. Gerade diese unerwartete Begegnung eröffnet Chancen. Kirche erscheint hier nicht als Institution, die Regeln vorgibt oder bewertet, sondern als offene Gesprächspartnerin. Daniel Drewes beschreibt diesen Ansatz treffend: Wir wollen zeigen, dass die Kirche dort ist, wo die jungen Menschen sind und vielleicht auch das eine oder andere Vorurteil abbauen. Die Gespräche am Stand entstehen häufig beiläufig – beim Warten auf eine Attraktion, beim Ausprobieren eines Spielgerätes oder beim Betrachten der Fotowand. Gerade diese informellen Begegnungen ermöglichen einen niedrigschwelligen Austausch über Freizeit, Mediennutzung, Engagement und gesellschaftliche Themen. Sie schaffen Kontaktflächen zwischen jungen Menschen und Kirche, die in anderen Kontexten oft nicht entstehen.

Die Evangelische Jugend verfolgt auf der Gamescom keinen bewahrpädagogischen Ansatz. Ziel ist es nicht, digitale Spiele zu problematisieren oder junge Menschen von ihrem Hobby abzubringen. Stattdessen werden digitale Lebenswelten ernst genommen und als Ausgangspunkt für Reflexion genutzt. Während der Gamescom 2025 wurden am Stand hunderte Aussagen und Meinungen zu den Themen „Videospiele“, „Online- und Offline-Erleben“ sowie „Bewegung im Alltag“ gesammelt. Die Gespräche boten Gelegenheit, über Mediennutzung, Zeitmanagement, soziale Kontakte und persönliche Erfahrungen ins Gespräch zu kommen. Medienpädagogik bedeutet hier vor allem, junge Menschen in ihrer Kompetenz zu stärken, eigene Gewohnheiten kritisch zu reflektieren und bewusste Entscheidungen zu treffen. Die pädagogische Arbeit erfolgt nicht belehrend, sondern im Dialog auf Augenhöhe. Junge Menschen werden als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen.

Auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern in der Family-&-Friends-Halle können Besucher:innen zahlreiche Bewegungsangebote nutzen. Junge Menschen sollen erleben, dass körperliche Aktivität, gemeinsames Spielen und spontane Begegnungen ebenso bereichernd sein können wie digitale Spielwelten.
Eine besondere Bedeutung hat das Projekt für die beteiligten Ehrenamtlichen. Über 180 junge Menschen aus Gemeinden und Einrichtungen des gesamten Kirchenverbandes engagieren sich jährlich am Stand. Sie betreuen die Angebote, führen Gespräche mit Besucher:innen und repräsentierten die Evangelische Jugend. Junge Menschen übernehmen Verantwortung, sammeln Erfahrungen in Kommunikation und Teamarbeit und erleben Selbstwirksamkeit in einem großen, öffentlich sichtbaren Projekt.
Die jungen Ehrenamtlichen sind nicht nur Helfer:innen, sondern Mitgestaltende. Sie prägen die Atmosphäre des Standes und vermitteln authentisch, warum sie sich in der Evangelischen Jugend engagieren. Gerade diese Glaubwürdigkeit macht viele Begegnungen möglich. Die Gamescom ist für die Evangelische Jugend Köln und Region also weit mehr als eine Messeveranstaltung. Sie ist ein Ort gelebter Jugendverbandsarbeit, medienpädagogischer Bildung und kirchlicher Präsenz in jugendlichen Lebenswelten.
Die zahlreichen Begegnungen, die hohe Beteiligung der Ehrenamtlichen und die positive Resonanz der Besucher:innen zeigen, dass kirchliche Jugendarbeit dort besonders wirksam wird, wo sie junge Menschen ernst nimmt und ihnen auf Augenhöhe begegnet. Gerade deshalb gehört die Evangelische Jugend auf die Gamescom – nicht trotz, sondern wegen ihrer digitalen Ausrichtung.
[Julia Körfgen]

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